Bd. I · Heft 03 · Mai 2026
Über das Magazin

Häs — Fasnacht als Brauchtum und Gegenwart.

Häs ist ein monatlich erscheinendes deutschsprachiges Fachmagazin für die allemannische Fasnacht und das südwestdeutsche Maskenbrauchtum in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir schreiben über das Brauchtum als immaterielles UNESCO-Kulturerbe seit 2014, über die Häs-Kostüm-Tradition zwischen Hexen-, Narren-, Teufels- und Tier-Häs, über die Holzmasken-Tradition der Larvenschnitzer (Schwarzwälder Holzschnitzer-Schule Triberg und Furtwangen, Schwäbische Holzschnitzer Werkstätten in Bad Saulgau und Riedlingen), über die Narrenzunft-Architektur (VSAN als Dachverband seit 1924 mit ca. 70 Mitgliedszünften), über die Bütt-Reden und die Narren-Sprache (Narren-Rufe „Narri-Narro!", „Hoorig-Hoorig!", „Hu-Hu-Hu!") und über die Fasnacht-Geschichte seit dem Mittelalter mit ihrer klaren Abgrenzung zur rheinischen Karneval-Tradition. Keine Tourismus-PR, keine Zunft-Vermittlung, keine Larvenschnitzer-Werbung. Ein redaktionelles Fasnacht-Fachmagazin, das das allemannische Maskenbrauchtum als gleichzeitig handwerkliche, sprachliche, organisationelle und kulturhistorische Disziplin behandelt.

Häs ist explizit keine Wiederbelebung eines konkreten Fastnachtsvereins. Das Magazin steht in keiner institutionellen, organisatorischen oder personellen Verbindung zu einer früher unter dieser Domain veröffentlichenden Vereinigung. Wir publizieren keine Vereins-Verzeichnisse, keine konkreten Maskottchen-Referenzen und keine Mitglieder-Listen.

Der Takt ist monatlich. Sechs Ressorts — Brauchtum, Häs, Maske, Zunft, Rede, Geschichte — bilden das Gerüst. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt in der Nach-Saison-Bestandsaufnahme der Fasnacht 2026 und in einer Bestandsaufnahme der Larvenschnitzer-Welt nach den Werkstatt-Schließungen der letzten Jahre.

Der Name Häs ist Programm. Das Häs — das traditionelle Fastnachts-Kostüm in der allemannischen Tradition mit seinen regionalen Varianten (Schellengewand der Narrenmeister, Hexen-Mantel der Hexen-Figuren, Federhäs der feinsten Klasse) — ist mehr als ein Kostüm: Es ist die fundamentale visuelle Markierung der allemannischen Fasnacht, das handwerkliche Erbe der Region (genähter und besticker Mantel mit traditioneller Schnittmuster-Familie) und die generationelle Weitergabe der Narren-Tradition (das Häs wird oft über Generationen in der Familie weitergegeben und sorgfältig restauriert). Wir verwenden den Begriff als programmatische Selbstverortung: ein Fachmagazin, das die allemannische Fasnacht an ihrer fundamentalen visuellen und handwerklichen Markierung behandelt.

Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen der jahrhundertealten Fasnacht-Tradition und der gegenwärtigen ökonomisch-gesellschaftlichen Realität. Die allemannische Fasnacht ist seit Dezember 2014 als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt — aber die Werkstatt-Schließungen der letzten Jahre zeigen die wirtschaftliche Fragilität der Larvenschnitzer-Tradition. Die VSAN als Dachverband seit 1924 vereinigt ca. 70 Mitgliedszünfte — aber die Mitglieder-Demografie zeigt Nachwuchs-Schwierigkeiten in Teilen der Region. Das Häs als generationelles Erbe wird in vielen Familien weitergegeben — aber die Kostüm-Restauration und -Neuanfertigung stellt eine wachsende Kostenherausforderung dar. Wir lesen das nicht als Krise, sondern als die normale Spannung zwischen Tradition und Gegenwart.

Geschrieben ist Häs für Mitglieder schwäbisch-allemannischer Narrenzünfte, für Larvenschnitzer:innen und Häs-Hersteller:innen, für Volkskundler:innen mit Fasnachts-Schwerpunkt, für Regional-Forscher:innen Südwestdeutschland, für Brauchtums-Journalist:innen und für ein allgemeines kultur- und brauchtums-interessiertes Publikum. Wir setzen Vertrautheit mit allemannischer Fachterminologie voraus (Häs, Larve, Schellen, Bütt, Schemen, Hexenrätsche, Narrenmarsch, Schmotzig), aber kein Volkskunde-Diplom.

Gastbeiträge

Häs nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen.

Die Fasnacht ist für uns kein Karneval-Spektakel. Sie ist die handwerklich-sprachliche Disziplin, in der eine Larve am Schmotzig-Donschdig die generationelle Weitergabe einer ganzen Region prägt.