Ressorts.
Sechs Felder, in denen wir kontinuierlich publizieren — vom Häs madre bis zum DOP-Schutz.
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Brauchtum
Das Ressort für die allemannische Fasnacht als immaterielles Kulturerbe. Die schwäbisch-allemannische Fastnacht wurde 2014 in das deutsche bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen, regionale Schwerpunkte zwischen Schwarzwald (mit den Schuttig-, Rägemoll- und Mehlwurmschalk-Figuren der Elzacher Tradition), Hochrhein (mit den allemannischen Hexen-Figuren), Bodensee (mit den Konstanzer/Überlinger Narren-Welten), Oberschwaben (mit der Riedlinger Tradition) und der schwäbischen Alb. Klare Abgrenzung zur rheinischen Karneval-Tradition mit ihrer preußisch-rheinischen Stadt-Bürgertums-Welt seit 1823 (Köln-Bonn-Düsseldorf-Mainz-Achse) — die allemannische Fasnacht ist eine ländlich-handwerkliche Brauchtums-Tradition mit eigenständigen Maskentypen, Sprache und Saisonalität.
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Häs
Das Ressort für das Fastnachts-Kostüm-Tradition. Hexen-Häs (klassische Hexen-Larven-Figur mit langer Hakennase, oft mit Wuchtnase, Kopftuch, weitem Rockmantel und Hexenbesen), Narren-Häs (Glocken-/Schellen-besetztes Häs der Narrenmeister mit charakteristischem Schellengewand und kleinen Bronze-Glocken am Rand), Teufels-Häs (rot-gehörnter Teufel-Figur mit Bockhörnern und schwarzer Larve), Tier-Häs zwischen Esel (mit langem Esel-Rückentuch), Fuchs (mit Fuchs-Larve und Fuchsschwanz), Bär (mit Pelz-Mantel und Bären-Larve), Schlimm-Vogel (mit Vogel-Schnabel-Larve), Federhäs-Tradition als feinste Klasse mit kunstvoll arrangierten Federn aus Bauernhof-Geflügel und Wild-Geflügel.
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Maske
Das Ressort für die Holzmasken-Tradition. Larvenschnitzer als Berufs-Disziplin mit jahrhundertealter handwerklicher Tradition (Schwarzwälder Holzschnitzer-Tradition mit Lehrwerkstätten in Triberg, Furtwangen und Villingen, Schwäbische Holzschnitzer-Tradition mit Werkstätten in Bad Saulgau und Riedlingen), Maskentypen zwischen Hexen-Larve (geknickte Hakennase, oft mit Wuchtnase, langem Hexenhaar), Narren-Larve (klassische lachende Narren-Maske mit hochgezogenen Mundwinkeln, oft mit Glocken-Halsband), Tier-Larven (geschnitzte Tier-Köpfe in naturalistischer und stilisierter Form), Schmotzig-Larve (Schmutzig-Lustig-Figur mit grimmigem Gesichts-Ausdruck), die Schnitz-Tradition der Schwarzwälder Holzhandwerker und die jüngere Restaurations-Welle traditioneller Masken aus den 1900er-Jahren.
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Zunft
Das Ressort für die Narrenzunft-Architektur und ihre Organisations-Form. VSAN (Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte als Dachverband seit 1924 mit ca. 70 Mitgliedszünften nach der heutigen Mitgliederliste), Hauptzünfte zwischen Rottweil (mit dem berühmten Rottweiler Narrensprung am Schmotzigen Donnerstag, einer der ältesten dokumentierten Narren-Umzüge Deutschlands), Elzach (mit den drei Hauptfiguren Schuttig, Mehlwurmschalk und Rägemoll und der Schuttig-Tradition als Roter-Bändel-Figur), Villingen (mit der traditionellen Villinger Sprung-Choreografie und der Triberger Hexen-Tradition), Überlingen (mit der See-Hänsele-Figur am Bodensee), Konstanz (mit der Blätzlebue-Tradition), Munderkingen (mit der Sägmehl-Tradition), Lörrach (Hochrhein-Narren).
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Rede
Das Ressort für Büttenreden und Narren-Sprache. Narren-Rufe regional („Narri-Narro!" als klassischer schwäbisch-allemannischer Ruf mit Antwort des Publikums „Narri!", „Hoorig-Hoorig!" als alternativer Ruf besonders in der Bodensee-Region, „Hu-Hu-Hu!" als Hexen-Ruf der allemannischen Hexen-Figuren, „Schälmolli!" als regional Schömberg-Spezifischer Ruf), Bütt-Tradition als Reim-Vortrag mit politischer und sozialer Satire (klassische Vier-Versen-Reim-Form mit gehobenem Aufbau), die Schmotzig-Tradition (Schmotzig-Donschdig als Höhepunkt der Fasnacht eine Woche vor Aschermittwoch mit der Larven-Befreiung um Mitternacht), Narrensprache als regionaler Dialekt mit ihren spezifischen Begriffen (Schellengewand, Wuchtnase, Larve, Häs).
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Geschichte
Das Ressort für die Fasnacht-Geschichte. Erstmals als „Fasnacht" um 1200 nachgewiesen (vorchristliche Wurzeln in den germanischen Wintervertreibungs-Bräuchen, christliche Adaption als Vorbereitung auf die christliche Fasten-Zeit von Aschermittwoch bis Ostern), Differenzierung zur rheinischen Karneval-Tradition (rheinischer Karneval als preußisch-rheinisches Bürgertums-Spektakel seit 1823 mit den Kölner Garde-Truppen, allemannische Fasnacht als ländlich-handwerkliche Brauchtums-Tradition mit ungebrochener Kontinuität), VSAN-Gründung 1924 in Villingen als institutionelle Strukturierung der allemannischen Narrenzünfte und die Verbandsentwicklung im 20. Jahrhundert, die Wiederbelebung nach 1945 als regionale Identitätsstärkung, die UNESCO-Anerkennung 2014 als formale Bestätigung der Tradition.
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